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CO₂-Emissionen zu reduzieren, wird in Zeiten des Klimawandels für Unternehmen immer wichtiger. Auf kaum einem anderen Wirtschaftsbereich wird dabei so viel Augenmerk gelegt, wie auf die Logistik. Denn Fakt ist: Das Transportwesen alleine ist für ein Viertel der Treibhausgase in der Europäischen Union verantwortlich. Unternehmen, die dieser negativen Entwicklung entgegentreten wollen, setzen auf nachhaltige Logistik. Wir klären auf, warum das so sinnvoll ist und wie Sie die sogenannte Green Logistic in Ihrem Unternehmen umsetzen können.

Überall sinkt der CO₂-Ausstoß, nur nicht in der Logistik

Dass das Transportwesen im Vergleich zu allen anderen Wirtschaftsbereichen besonders schlecht beim Ausstoß von Treibhausgasen und der Verschwendung von Ressourcen abschneidet, liegt zunächst am Verhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher selbst. Zwar legen diese immer mehr Wert auf umweltschonende Produktionsabläufe und Transportwege, wollen jedoch auch nicht auf einen schnellen 24-Stunden-Versand ihrer bestellten Ware verzichten. Durch die ständigen Express-Lieferungen fahren die LKWs viel öfter und auch viel häufiger Leerfahrten. Und der Trend hin zu den rasanten Onlinebestellungen steigt seitens der Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch seitens der wettbewerbsbezogenen Unternehmen stetig. Das Ergebnis: Seit 1995 sind die CO₂-Emissionen in der Logistik um 20 Prozent gestiegen, während sie in anderen Bereichen der Wirtschaft sinken.

Das sind Green Logistics und so lassen sich diese umsetzen

Unternehmen, denen ihr Einfluss auf das Klima bewusst ist und die auch – aber nicht nur –aufgrund ihres Markenimages dagegen halten wollen, setzen auf die sogenannten Green Logistics. Der Sammelbegriff umfasst verschiedene Bestandteile, mit denen der Transportweg eines Unternehmens nachhaltiger gestaltet werden kann. Das Prinzip der Green Logistics folgt dabei immer zwei Richtungen: Zum einen geht es darum, die Abgase und andere schädliche Auswirkungen auf die Umwelt zu vermeiden, zum anderen soll der Verbrauch von kaum oder nicht erneuerbaren Ressourcen reduziert werden.

Wie gelingt das in der Praxis? Große Unternehmen mit ausreichend Budgets setzen meist schon bei den Transportmitteln an und rüsten ihren Fuhrpark mit E-Fahrzeugen und emissionsarmen LKWs auf. Eine weitere Möglichkeit für Großunternehmen liegt darin, den Transport von der Straße grundsätzlich weg zu verlegen, das heißt auf die Schiene oder den Binnenzug. So kann der CO₂-Ausstoß nämlich schon um ein Vielfaches verringert werden. Die Lagerhallen für die Waren selbst können mit Photovoltaikanlagen betrieben werden. Eine große Investition, die sich aber langfristig aufgrund des viel kleineren Energieverbrauchs auszahlt.

Kleinere und mittelständische Unternehmen greifen bezüglich ihrer Lagerhallen immer häufiger auf sogenannte City-Logistik-Hubs zurück. Dabei handelt es sich um Logistikzentren, die sie sich gemeinsam mit anderen Unternehmen teilen und somit Energie und Kosten sparen.

Zwar können die KMUs mit ihrem geringeren Budget nicht ihren kompletten Fuhrpark modernisieren, doch können sie den Transportablauf an sich effizienter gestalten. So kann es schon hilfreich sein, die Stand- und Wartezeiten beim Be- und Entladen so kurz wie möglich zu halten oder den Papierverbrauch bei der Warenzustellung und -lieferung mit äquivalenten IT-Lösungen zu reduzieren. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass ökologische Verpackungen genutzt werden und diese für die Lieferung auch vollständig gefüllt werden. Viel zu häufig werden kleine Produkte in viel zu großen Verpackungen versendet, was in der Menge einen hohen Papierverbrauch und mehr Kosten verursacht.

Was hindert Unternehmen an der Umsetzung?

Einfach und kostengünstig ist der Einstieg in die Green Logistics für Unternehmen nicht. Der Grund, warum Unternehmen nicht oder kaum auf nachhaltige Transportwege setzen, ist in erster Linie das fehlende Budget. So ist es gerade für kleine und mittelständige Unternehmen ein enormer finanzieller Aufwand, ihren Fuhrpark auf E-Mobilität oder ihre Lagerhallen auf Solarenergie umzustellen. Hinzu kommt der eingangs erwähnte Trend der Kundinnen und Kunden zu Express-Lieferungen binnen 24 Stunden, die eine Umstellung auf langsamere Transportwege kaum attraktiv machen. Zumindest dann nicht, wenn im Wettbewerb mit den großen Unternehmen langfristig mitgehalten werden soll.

Ein weiterer Grund für das fehlende Interesse von Unternehmen an Green Logistics ist der Aufwand für deren Umsetzung. Nicht jedes Unternehmen schafft es nämlich aus eigener Kraft und mit eigenem Know-how eine Nachhaltigkeitsstrategie intern zu kommunizieren und zu etablieren. Von Anfang an sind genaue Analysen und darauf aufbauende Strategien von Expertinnen und Experten nötig, die sich mit den einzelnen Bestandteilen der Green Logistics auskennen und zurate gezogen werden müssten. Ein zeitintensiver und kostspieliger Aufwand, den Unternehmen meist nicht bereit sind zu betreiben.

Warum sich der Umstieg auf die Green Logistics trotzdem lohnt

Werden die Green Logistics nicht umgesetzt, geht das auf Kosten der Umwelt, langfristig auch auf Kosten des Unternehmens. Denn allein der Wille, den Ressourcen- und Energieverbrauch sowie den CO₂-Ausstoß zu reduzieren, schafft zum einen ein besseres Markenimage nach Außen und bringt zum anderen ein großes Einsparpotenzial mit sich. Wer automatisierte Prozesse innerhalb seiner Produktionsabläufe etabliert, und zum Beispiel in effiziente Beleuchtungen der Lagerhalle investiert, spart Arbeitszeit, Energie und dadurch vor allem langfristig Kosten.

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